Keine Broschüre. Das hier sind die Antworten, die Michael Hoppe abends in der Werkstatt gibt – inklusive der Zahlen aus über 200 eigenen Anlagen im Landkreis Ravensburg.
Fast nie. Bei rund 90 % unserer Anlagen bleiben die vorhandenen Heizkörper drin — und das sind fast ausschließlich Bestandsgebäude.
Der Grund ist fast schon komisch: Alte Heizkörper wurden nie berechnet. Sie wurden so lang gebaut wie das Fenster darüber. Zwei Meter Fenster, zwei Meter Heizkörper. Dadurch sind sie meistens deutlich zu groß — und genau das braucht eine Wärmepumpe.
Wir rechnen das trotzdem für jeden Raum einzeln nach, statt es zu behaupten.
Beispiel aus einem echten Haus: Der Raum braucht 728 Watt. Der vorhandene Heizkörper liefert bei 55 °C Vorlauf noch 824 Watt. Passt.
Wir gehen durchs ganze Haus, messen jeden Raum auf und rechnen aus, wie viel Energie er braucht, um auf 21–22 °C zu kommen. Erst danach steht fest:
Ohne diese Rechnung kann dir niemand seriös sagen, ob die Anlage zu deinem Haus passt. Alles andere ist geschätzt.
Kostet 750 €. Baust du bei uns, ist sie im Preis enthalten. Beim Energieberater zahlst du in der Regel mehr — und wir können damit jede Wärmepumpe am Markt auslegen, nicht nur unsere.
Für ein erstes Angebot orientieren wir uns tatsächlich am Verbrauch der letzten fünf Jahre. Aber: Wir richten uns nach dem Haus, nicht nach dir.
Wenn früher vier Leute im Haus gewohnt haben und heute zwei, ist der Verbrauch niedriger — das Haus braucht aber gleich viel Energie. Auch Räume, die du „nicht heizt“, bleiben nicht auf Außentemperatur. Die werden mitgeheizt und kosten.
Wir gleichen deshalb immer beides ab: Verbrauch und Baualtersklasse. Weichen die stark voneinander ab, machen wir erst die Heizlastberechnung.
Das ist der Normalfall, nicht die Ausnahme.
Mehrfamilienhaus, 6 Wohneinheiten, über 400 m². Eingebaut war ein 37-kW-Kessel. Tatsächlich gebraucht: 19 kW. Fast doppelt so groß. Zu groß heißt: ständiges Ein- und Ausschalten, schlechtere Effizienz, unnötig hohe Investition. Bei der Wärmepumpe fällt das noch stärker ins Gewicht als beim Gaskessel.
Aus der Heizlastberechnung ergibt sich für jeden Heizkörper der richtige Volumenstrom. Wir regeln jedes Ventil so ein, dass jeder Heizkörper genau die Wärmemenge bekommt, die der Raum braucht.
Der schöne Nebeneffekt: Du brauchst deine Thermostatköpfe praktisch nicht mehr.
Nein — und das ist die Stelle, an der die meisten erschrecken.
Ein Thermostatventil macht nichts anderes, als den Heizkörper zuzudrehen, wenn der Raum warm genug ist. Wenn die Anlage aber sauber eingestellt ist, schicken wir über die Heizkurve ohnehin nur genau die Wärme hoch, die bei der aktuellen Außentemperatur gebraucht wird. Der Raum wird gar nicht erst überheizt.
Ausnahme: Räume, die du bewusst kalt halten willst — Schlafzimmer zum Beispiel. Da darfst du natürlich zudrehen.
Richtig, und das ist so gewollt. Bei 38–40 °C fühlt sich ein Heizkörper lauwarm an. Er gibt trotzdem Wärme ab — nur über einen längeren Zeitraum und gleichmäßiger.
Die Oberflächentemperatur ist ein schlechter Gradmesser. Entscheidend ist die Raumtemperatur, und die stimmt.
Weil er drei Dinge auf einmal löst:
Der Unterschied ist messbar: Anlagen ohne passenden Puffer kamen auf 400 Starts im Monat. Unsere aktuellen Systeme liegen bei rund 800 im Jahr.
Wir machen das Warmwasser über eine Frischwasserstation im Durchlaufprinzip. Es steht also kein Trinkwasser mehr herum, und wir brauchen keine hohen Temperaturen mehr, um die alten Stahlrohrwendel-Speicher zu bedienen.
Verlust über die Station: 2,5 bis 5 Kelvin. Bei 50 °C im Speicher zapfst du problemlos 45 °C. Geduscht wird real bei etwa 38 °C.
Ja, aber ehrlich gesagt mit Einschränkungen — und die sollte man vorher kennen.
Bei Erdwärme geht sogar reine Naturkühlung ohne Wärmepumpe — unser eigenes Büro läuft so.
Über die BEG-Einzelmaßnahmen (KfW 458) setzt sich das so zusammen:
Gedeckelt ist alles bei 80 % auf maximal 28.000 € förderfähige Kosten für die erste Wohneinheit.
Achtung Zeitfenster: Ab 1. Februar 2027 sinken die Sätze. Der Bonus verliert 4 Prozentpunkte, die 28.000 € sinken um 750 € — und das dann halbjährlich weiter.
Haushalte mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen ab 30.000 € abwärts bekommen den vollen Satz, gestaffelt läuft es bis 50.000 € Haushaltsjahreseinkommen. Pro Kind unter 18 im Haushalt wird die Grenze um 10.000 € angehoben.
Nachgewiesen wird über die letzten beiden Einkommensteuererklärungen, bei Rentnern über die Rentenbezugsbescheinigung. In der Praxis sind es sehr oft Rentnerhaushalte, die auf die 80 % kommen.
Nein. Wir machen das gemeinsam.
Wichtig ist die Reihenfolge, weil sie viele überrascht: Der Antrag geht erst nach der Auftragsvergabe raus — du brauchst einen Vertrag mit uns, bevor die KfW ihn annimmt. Gebaut wird aber erst, wenn die Zusage da ist. Deshalb steht in unserem Vertrag eine entsprechende Bedingung.
Wir begleiten dich durch beide Schritte: Antrag am Anfang, Auszahlungsantrag nach der Umsetzung.
Ehrlich gesagt: Das Thema ist inzwischen so komplex geworden, dass es allein kaum noch zu machen ist. Wir haben den Vorteil, dass wir es täglich machen.
Wir kalkulieren bei normaler, intakter Elektroinstallation mit rund 3.500 €. Das ist ein Erfahrungswert aus über 200 gebauten Anlagen.
Teurer wird es, wenn ein neuer Zählerschrank fällig ist — bei alten Häusern passiert das häufiger. Wer schon eine PV-Anlage hat, ist meistens günstiger dran, weil die Unterverteilung dann oft schon erneuert wurde.
Der eigentliche Kostentreiber bei Wärmepumpen ist selten das Gerät. Es sind die Umfeldmaßnahmen.
Die Sondenbohrung allein liegt je nach Untergrund bei 26.000 bis 30.000 € — da ist noch nichts installiert, das ist nur das Loch.
Dafür bekommst du eine konstante Quelle und im Sommer echte Naturkühlung. Für die meisten Einfamilienhäuser rechnet sich trotzdem die Luftwärmepumpe, deshalb ist sie am Markt heute Standard.
Eine Wartung im Jahr. Sie ist in den ersten Jahren Voraussetzung für die Herstellergarantie, und sinnvoll ist sie ohnehin: Das Außengerät saugt alles an, was in der Umgebung fliegt. Laub im Wärmetauscher kostet dich im Winter Leistung.
Regulär 480 € im Jahr. Für Anlagen, die wir selbst gebaut haben, günstiger. Zusätzlich schauen wir online drauf. Meistens melden wir uns bei dir, bevor du eine Störung überhaupt bemerkt hast.
Sie deckt unsere Arbeitsstunden mit ab. Das ist der entscheidende Unterschied.
Herstellergarantien decken das Bauteil — und dann diskutiert man, wer die Monteurstunden zahlt. Genau diese Diskussion nehmen wir raus.
Einmalig 1.500 € für 10 Jahre. Das sind 150 € im Jahr — eine kaputte Pumpe kostet mehr.
Kommt drauf an. Die meisten Versorger bieten einen an, du brauchst dafür aber einen separaten Zähler — wie früher beim Nachtstrom. Zählerkosten und Grundgebühr musst du gegenrechnen.
Zusätzlich gibt es rund 5 Cent Nachlass, wenn die Wärmepumpe nach §14a EnWG steuerbar ist.
Unsere Erfahrung: Wer eine PV-Anlage hat, fährt meistens besser damit, den eigenen Strom zu nutzen und auf den Sondertarif zu verzichten.
Mehr, als die meisten denken. Entscheidend ist eine Steuerung, die der Sonne folgt statt stumpf ein- und auszuschalten: Kommt eine Wolke, fährt die Wärmepumpe die Leistung runter statt abzuschalten.
Typische Anlagen liegen bei 40–60 % Eigenverbrauch. Ein Kunde mit 25-kW-Anlage kommt auf 90 %. Beispiel vom 27. Januar: 3,2 °C Außentemperatur, 2.400 W vom Dach, komplett in die Wärmepumpe. Nichts aus dem Netz, nichts ins Netz. Aus 4 kW Umweltwärme wurden 6,8 kW Heizleistung.
Kurzfassung: Du darfst wieder frei entscheiden, was in deinen Heizungskeller kommt. Die 65-%-Regel für erneuerbare Energien ist gestrichen, die 30-Jahre-Austauschpflicht ebenfalls.
Was bleibt: Bis 2045 sollst du klimaneutral heizen. Wie du dorthin kommst, ist deine Sache.
Übersetzt heißt das: Die Pflicht ist weg, das Ziel nicht. Und der Weg dorthin wird über die Kosten geregelt, nicht mehr über Verbote.
Verboten ist sie nicht — war sie auch nie. Aber du solltest drei Dinge kennen:
Wir bauen Gas deshalb nur noch als Hybrid oder als letzte Option.
Ja, unverändert. Wenn du in einem Bestandsgebäude die zentrale Heizung tauschst, musst du 15 % erneuerbare Wärme nachweisen — auch bei einer neuen Gasheizung.
Das ist Landesrecht und wird gerne übersehen, gerade von Kunden, die aus anderen Bundesländern hierher ziehen.
Aktuell 65 € pro Tonne. Ab 2028 läuft der europäische Emissionshandel ETS2 — ohne Preisdeckel. Prognosen für die Gesamtbelastung über die Laufzeit einer neuen Heizung reichen weit in den vierstelligen Bereich.
Bei 20.000 kWh Gas im Jahr reden wir je nach Szenario über 260 bis 800 € zusätzlich pro Jahr. Bei Öl über 350 bis 1.060 €. Das ist der Hebel, über den in der öffentlichen Debatte am wenigsten gesprochen wird — und der am Ende die Rechnung schreibt.
Wenn du weiter mit Gas heizt, bleibt ab 1.1.2028 die Hälfte bei dir hängen:
Wie das sauber abgerechnet werden soll, ist bisher offen — welchen Biogasanteil hast du verheizt, welche Netzentgelte fallen wie an. Wir rechnen damit, dass daraus eine Menge Streit mit Mietern entsteht.
Für die Stromerzeugung und die Industrie: wahrscheinlich. Für deinen Heizungskeller: nach heutigem Stand nein.
Wenn irgendwo die erste echte Wasserstoffversorgung steht, bin ich der Letzte, der das ignoriert. Aber ich will es erst sehen. Bis dahin ist es sinnvoller, den Strom direkt zu nutzen — genau das macht die Wärmepumpe.
Weniger, als das Medienecho vermuten lässt. Drei von vier Wohnungen werden nach wie vor fossil beheizt.
Marktbestand: rund 4 % Wärmepumpe, 4 % Biomasse, 15 % Fernwärme — und etwa 75 % Öl und Gas. Zum Vergleich: Norwegen, Finnland, Schweden, Estland und Dänemark liegen um ein Vielfaches höher. Und dort ist es kälter als bei uns.
Eine Woche, Montag bis Freitag.
Das Fundament fürs Außengerät und die Leitungen im Garten macht unser Gartenbauer vorab — der setzt auch die Kernbohrung.
Wir. Ein Ansprechpartner, eine Rechnung. Rundum-Sorglos ist bei uns kein Werbewort, sondern die Ansage an unsere Partnerbetriebe.
Bei der Öltankdemontage arbeiten wir mit zertifizierten Partnern. Wenn eine Tankmauer im Weg steht, klären wir vorher, ob sie raus muss oder ob wir hinterher eine Tür einsetzen.
Ehrlich: Das ist meistens das Erstaunlichste an der ganzen Baustelle. Unsere Gartenbauer arbeiten so sauber, dass man hinterher kaum sieht, dass jemand da war.
Wenn das Außengerät weiter als etwa 6 Meter vom Haus wegsteht, müssen die Leitungen frostfrei eingegraben werden — dann wird der Aufwand größer.
Rund einen Quadratmeter für die Innenanlage inklusive Puffer, Frischwasserstation und Elektrik. Draußen steht das Außengerät.
Wenn kein Platz draußen ist, gibt es auch innen aufgestellte Geräte mit Luftkanälen nach außen — dann brauchen wir zwei Durchbrüche oder einen Lichtschacht mit Gitter.
Viel Strom zieht sie nur dann, wenn der Heizstab läuft — der nutzt Strom 1:1 statt ihn zu vervielfachen. Wann der anspringt, legen wir über die Heizlastberechnung fest.
Nach dem letzten Winter haben wir alle unsere Anlagen ausgelesen, auch nach dem Januar mit –10 °C. Ich hatte ehrlich gesagt mit mehr gerechnet.
Die Heizung läuft rund 2.000 Stunden im Jahr. Davon lief der Heizstab je nach Anlage zwischen 2 und 56 Stunden. Wichtig ist die Auslegung — und zwar in beide Richtungen. Eine Nummer zu klein, und der Heizstab springt schon bei –2 °C an: dann wird Strom 1:1 in Wärme verwandelt statt vervielfacht, und Heizen wird teuer. Eine Nummer zu groß, und der Heizstab bleibt zwar bis –11 °C aus — dafür taktet die Anlage den Großteil des Jahres und geht früher kaputt.
Den Punkt dazwischen findet man nur durch Rechnen.
Nein, das ist der teuerste Denkfehler bei der Auslegung.
Eine zu große Anlage erreicht ihre kleinste Leistung schon bei milder Witterung — und den Großteil des Jahres ist es hier mild. Sie schaltet also ständig ein und aus. Jeder Start kostet Effizienz und Lebensdauer, der Verdichter verschleißt schneller.
Der Heizstab spielt dabei kaum eine Rolle: Er ist billig zu haben und läuft, sauber ausgelegt, nur eine Handvoll Stunden im Jahr. Ein früh verschlissener Verdichter ist das deutlich teurere Problem.
Deshalb legen wir eher knapp aus und fangen die Taktung über den Pufferspeicher ab — 800 Starts im Jahr statt 400 im Monat.
Die früher gültigen 3 Meter Abstand zur Grundstücksgrenze gibt es so nicht mehr. Bei der heutigen Bebauungsdichte hätte man vielerorts sonst gar keine Wärmepumpe stellen können.
Was wir einhalten: mindestens 1 Meter Abstand zu Vertiefungen wie Lichtschächten oder Kellerabgängen — das ist eine Vorgabe aus dem Kältemittel-Regelwerk, keine Lärmfrage.
Nicht direkt neben Gehweg, Haustür oder Treppe. Die Maschine kühlt die Luft, die sie ausbläst, um etwa 4 Grad ab. Bei 0 °C Außentemperatur kommen also –4 °C raus.
Bei Nebel und hoher Luftfeuchte kann es davor tatsächlich anfangen zu „schneien“ — wir hatten schon Anlagen, bei denen der Rasen davor weiß war. Sieht spektakulär aus, ist harmlos. Auf einem Gehweg wäre es das nicht.
Ich habe das anfangs selbst belächelt, deshalb die ehrliche Einordnung: In der Anlage sind etwa 1,5 kg hochreines Propan. In jeder Gasgrillflasche auf der Terrasse stehen 11 kg.
Die Geräte haben mehrere Sicherheitsstufen: Der Ventilator läuft beim Ausschalten nach und belüftet sich quasi selbst, damit sich bei einer Undichtigkeit nichts sammeln kann.
Ein Unterschied zum Gasgrill: Das Propan in der Wärmepumpe ist hochrein, also geruch- und geschmacklos. Deshalb der Mindestabstand zu Vertiefungen.
Kurze Ausfälle sind unkritisch. Gelegentlich verabschiedet sich mal eine Platine — das passiert bei Gewitter aber auch bei anderen Heizungen.
Kritisch wird das Zusammentreffen von längerem Stromausfall und starkem Frost. Deshalb bauen wir in jede Anlage Absperr- und Entleerungshähne für das Außengerät ein: Im Ernstfall Schlauch drauf, Hahn auf, Gerät leerlaufen lassen. Danach neu befüllen und abgleichen.
Früher als du denkst — vor allem bei Fußbodenheizung und im massiven Haus.
Wir fangen bei uns im September an, die Betonplatte auf Temperatur zu bringen. Nicht um es warm zu haben, sondern um die Speichermasse mitzunehmen, solange die Sonne noch Ertrag liefert. Im Winter hältst du die Temperatur dann mit viel weniger Aufwand.
Bei Holz- oder Fertighäusern funktioniert das kaum — die haben keine Speichermasse.
Dann sagen wir dir das. Bisher konnten wir zwar jedes Gebäude mit einer Wärmepumpe beheizen, auch Mehrfamilienhäuser — aber die Entscheidung fällt immer erst nach der Heizlastberechnung.
Wenn es nicht sinnvoll ist, reden wir über eine Pelletheizung oder eine Hybridlösung. Öl bauen wir grundsätzlich nicht mehr ein, Gas nur als Hybrid oder letzte Option.
Ein Auftrag, der technisch nicht passt, kostet uns beide mehr, als er bringt.
Komm zum nächsten Heizabend in die Werkstatt oder mach den Heizungs-Check. Wir sagen dir auch, wenn eine Wärmepumpe bei dir nicht passt.
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