Gedämmtes Mehrfamilienhaus, vorher 2.400 bis 3.300 Liter Öl im Jahr. Heizkörper geblieben, hydraulischer Abgleich. Seit Mai 2026: 82 % Wärmeautarkie, Arbeitszahl 3,8 bei 63 % Warmwasseranteil.
Ein Vierfamilienhaus in Aulendorf, das die Eigentümer schon vor der Heizung angepackt hatten: Das Dach trägt 20 Zentimeter Aufdachdämmung, die Außenwände sind je nach Seite mit 12 bis 20 Zentimetern gedämmt. Geheizt wurde trotzdem mit einem Ölkessel von 35 kW. Die Ölrechnungen der letzten vier Jahre zeigen, was das Haus wirklich braucht: 3.309 Liter 2022, 2.402 Liter 2023, 2.483 Liter 2024 und 3.015 Liter 2025. Im Mittel rund 2.800 Liter, das sind etwa 28.000 kWh Brennstoff im Jahr für vier Haushalte.
Vier Jahre Verbrauch sind für uns die wichtigste Zahl vor der Planung. Sie zeigen, dass die 35 kW des alten Kessels mit dem Bedarf nichts zu tun hatten. Eingebaut haben wir eine Ovum Air Cube 520 P mit einem 1.000-Liter-Citrin-Schichtspeicher. Alle Heizkörper sind geblieben, nur ein hydraulischer Abgleich wurde gemacht. Auf die Garage kam eine Photovoltaikanlage, die den Strom für die Wärmepumpe liefert, sobald die Sonne scheint. Die Außeneinheit steht im Kiesbett direkt an der Hauswand.
Die Anlage läuft seit Mai 2026. Von Mitte Mai bis Anfang November hat sie 6.100 kWh Wärme geliefert, davon 3.800 kWh Warmwasser für vier Haushalte und 2.300 kWh Heizen in den kühlen Wochen. 4.500 kWh davon kamen aus der Umgebungsluft. Der Strombedarf lag bei 1.600 kWh, 504 kWh davon vom eigenen Dach, 1.100 kWh aus dem Netz. Das ergibt 82 % Wärmeautarkie und eine Arbeitszahl von 3,8, und zwar bei 63 % Warmwasseranteil, dem ungünstigsten Betrieb für eine Wärmepumpe.
Was die Zahlen noch nicht enthalten: den Winter. Die Arbeitszahl im Heizbetrieb mit niedrigem Vorlauf liegt deutlich höher als beim Warmwasser, deshalb erwarten wir übers Jahr einen besseren Wert als 3,8. Nach dem ersten Winter steht hier der gemessene Jahreswert, und dann gibt es den direkten Vergleich: rund 2.800 Liter Öl gegen die gemessenen Kilowattstunden Strom.
| Vorher: im Mittel 2.800 Liter Öl × 1,10 €/l | 3.080 € |
| Wärmebedarf im Jahr (Heizreport: 29.400 kWh Öl × 83 % Nutzungsgrad) | rund 24.400 kWh |
| Strombedarf bei erwarteter Jahresarbeitszahl 3,8 | rund 6.400 kWh |
| Davon voraussichtlich eigene Photovoltaik (Sommer gemessen 32 %, übers Jahr angenommen) | rund 20 %, 1.300 kWh |
| Netzstrom 5.100 kWh × 0,28 €/kWh | 1.430 € |
| Erwartete Ersparnis pro Jahr | rund 1.650 € |
Nur Energiekosten pro Jahr, ohne Wartung und Schornsteinfeger. Preise: Heizöl 1,10 €/l, Gas 0,12 €/kWh (beim Sechsfamilienhaus in Ravensburg der tatsächliche Preis aus dem Sanierungsfahrplan), Wärmepumpenstrom 0,28 €/kWh. Eigener Photovoltaikstrom ist mit 0 € angesetzt. „Hochgerechnet“ heißt: Die Anlage läuft noch kein volles Jahr, Wärmebedarf und Arbeitszahl sind aus den bisherigen Messwerten und dem früheren Verbrauch abgeleitet. Nach dem ersten vollen Jahr ersetzen wir die Hochrechnung durch die Messung.
| Messzeitraum | 13.05. bis 01.11.2026 |
| Wärme geliefert | 6.100 kWh (2.300 Heizen, 3.800 Warmwasser) |
| Davon aus der Umgebungsluft | 4.500 kWh |
| Strombedarf | 1.600 kWh |
| Davon eigene Photovoltaik | 504 kWh (32 %) |
| Aus dem Netz | 1.100 kWh |
| Wärmeautarkie | 82 % |
| Arbeitszahl im Messzeitraum | 3,8 bei 63 % Warmwasseranteil, noch ohne Winter |
Quelle: Auswertung der Ovum-Anlagensteuerung, ausgelesen am 01.11.2026. Kein Prospektwert. Die Anlage wird weiter beobachtet, die Zahlen werden nach dem Winter aktualisiert.