15 Monate mit einem kompletten Winter: 29.600 kWh Wärme, Arbeitszahl 3,4 bei 40 % Warmwasseranteil, 82 % Wärmeautarkie, Heizstab praktisch nie gelaufen.
Ein Einfamilienhaus von 1985 in Ravensburg, vorher mit Gas beheizt. Im Haus sind Heizkörper und Fußbodenheizung gemischt, das ist bei Häusern aus den 80ern häufig: Fußbodenheizung im Wohnbereich, Heizkörper in Bad und Schlafzimmern. Für eine Wärmepumpe heißt das, dass die Anlage zwei Temperaturniveaus bedienen muss, was die Planung aufwendiger macht als bei reiner Fußbodenheizung.
Eingebaut haben wir eine Ovum Luft-Wasser-Wärmepumpe mit dem Kältemittel R290, kombiniert mit einer Photovoltaikanlage. Die Anlage läuft seit Mitte Juli 2025. Damit ist das die einzige unserer vier Referenzen, deren Zahlen einen kompletten Winter enthalten. Genau deshalb steht sie hier, auch wenn die Arbeitszahl niedriger aussieht als bei den Sommerwerten der anderen Anlagen.
In 15 Monaten hat die Wärmepumpe 29.600 kWh Wärme geliefert, 17.800 kWh für Heizung und 11.800 kWh für Warmwasser. 20.800 kWh davon kamen aus der Umgebungsluft, 8.700 kWh aus Strom, 3.300 kWh davon vom eigenen Dach. Das ergibt eine Arbeitszahl von 3,4. Der Warmwasseranteil von 40 % ist hoch, das ist ein Haushalt mit viel Warmwasserbedarf, und Warmwasser drückt die Arbeitszahl, weil es mit 55 °C erzeugt wird. Beim Heizen allein liegt die Anlage deutlich höher.
Zwei Zahlen aus der Auswertung sagen mehr über die Planung als die Arbeitszahl: 4.649 Betriebsstunden bei 1.857 Starts, also im Schnitt zweieinhalb Stunden pro Lauf. Das ist eine Anlage, die ruhig durchläuft statt zu takten, und das ist das Ergebnis von richtiger Dimensionierung und hydraulischem Abgleich. Und der Heizstab, der bei schlecht geplanten Anlagen im Winter heimlich die Stromrechnung treibt, ist hier praktisch nie gelaufen. Auch im Januar nicht.
| Jetzt: 8.700 kWh Strom in 15,5 Monaten gemessen, aufs Jahr umgerechnet | 6.700 kWh, davon 38 % eigene Photovoltaik |
| Netzstrom 4.150 kWh × 0,28 €/kWh | 1.160 € |
| Vorher: Gasverbrauch liegt uns nicht vor; rechnerisch aus 22.900 kWh Wärme pro Jahr bei 88 % Kesselnutzungsgrad | rund 26.000 kWh Gas × 0,12 €/kWh + 150 € = 3.270 € |
| Ersparnis pro Jahr | rund 2.100 €, Gasseite geschätzt |
Nur Energiekosten pro Jahr, ohne Wartung und Schornsteinfeger. Preise: Heizöl 1,10 €/l, Gas 0,12 €/kWh (beim Sechsfamilienhaus in Ravensburg der tatsächliche Preis aus dem Sanierungsfahrplan), Wärmepumpenstrom 0,28 €/kWh. Eigener Photovoltaikstrom ist mit 0 € angesetzt. „Hochgerechnet“ heißt: Die Anlage läuft noch kein volles Jahr, Wärmebedarf und Arbeitszahl sind aus den bisherigen Messwerten und dem früheren Verbrauch abgeleitet. Nach dem ersten vollen Jahr ersetzen wir die Hochrechnung durch die Messung.
| Wärme geliefert | 29.600 kWh (17.800 Heizen, 11.800 Warmwasser) |
| Davon aus der Umgebungsluft | 20.800 kWh |
| Strombedarf | 8.700 kWh |
| Davon eigene Photovoltaik | 3.300 kWh (38 %) |
| Aus dem Netz | 5.400 kWh |
| Wärmeautarkie | 82 % |
| Arbeitszahl über 15 Monate | 3,4 bei 40 % Warmwasseranteil |
| Betriebsstunden | 4.649 h bei 1.857 Starts, im Schnitt 2,5 Stunden pro Start |
| Heizstab | praktisch nie gelaufen |
Quelle: Auswertung der Ovum-Anlagensteuerung, ausgelesen am 01.11.2026. Kein Prospektwert. Die Anlage wird weiter beobachtet, die Zahlen werden nach dem Winter aktualisiert.