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Mehrfamilienhaus von 1983 mit 6 Wohnungen in Ravensburg: 38-kW-Gaskessel raus, Ovum Air Cube 520 P mit 20 kW rein

Fenster von 1983, Kellerdecke ungedämmt, 80.000 kWh Gas im Jahr. Die Heizlastberechnung ergab 19,8 kW statt 38 kW. Seit Februar 2026: 19.300 kWh Wärme aus 4.700 kWh Netzstrom, Arbeitszahl 4,1, ohne Photovoltaik.

Ovum Air Cube 520 P im Garten eines Mehrfamilienhauses in Ravensburg, Außengerät auf Betonsockeln vor einer HeckeHeizungskeller: Ovum-Steuerung, Hygiene-Pufferspeicher und 1.000-Liter-Schichtpuffer

Das Haus und die Anlage

Haus
Mehrfamilienhaus, Baujahr 1983, 6 Wohneinheiten, rund 530 m² Wohnfläche, Heizkörper
Hülle
Außenwände Stand 1983, Holzfenster zweifach verglast von 1983, Kellerdecke ungedämmt, Dach mit Zwischensparrendämmung
Vorher
Gas-Brennwertkessel 38 kW (2013), im Mittel 79.950 kWh Gas im Jahr, rund 6.100 € Energiekosten (Sanierungsfahrplan Dezember 2024)
Heizlast berechnet
19,8 kW nach DIN EN 12831 bei −10,5 °C, 40 W/m² (September 2025)
Jetzt
Ovum Air Cube 520 P, 20 kW bei A-7/W55
Speicher
Vorhandener Hygiene-Pufferspeicher von Zeeh weiterverwendet, zusätzlich 1.000-Liter-Schichtpuffer für die Heizkörper
Inbetriebnahme
20.02.2026

Ein Mehrfamilienhaus von 1983 in Ravensburg, sechs Wohnungen, rund 530 Quadratmeter, überall Heizkörper. Die Gebäudehülle ist weitgehend original: Außenwände auf dem Stand von 1983, Holzfenster mit Zweifachverglasung aus dem Baujahr, die Kellerdecke nie gedämmt. Nur das Dach hat eine Zwischensparrendämmung. Geheizt wurde mit einem Gas-Brennwertkessel von 2013 mit 38 kW, der im Mittel knapp 80.000 kWh Gas im Jahr verbrannt hat, rund 6.100 Euro Energiekosten.

Ende 2024 hat ein Energieberater für die Eigentümergemeinschaft einen Sanierungsfahrplan erstellt. Darin steht die Heizung als letztes von fünf Maßnahmenpaketen, nach Kellerdecke, Dach, Fassade und Fenstern, mit der Begründung, erst zu dämmen und dann zu heizen. Das ist die übliche Reihenfolge, und sie hätte bedeutet, noch zehn Jahre Gas zu verbrennen. Die Eigentümer wollten es anders herum wissen: Geht die Wärmepumpe jetzt, mit dem Haus, wie es ist?

Die Antwort gibt nicht die Meinung, sondern die Heizlastberechnung nach DIN EN 12831, Raum für Raum, für das ganze Gebäude bei minus 10,5 Grad Auslegungstemperatur in Ravensburg. Ergebnis: 19,8 kW, davon 16,4 kW Transmissionsverluste durch die Hülle und 3,4 kW Lüftung. 40 Watt pro Quadratmeter. Das ist die Hälfte dessen, was der Gaskessel konnte. Der Kessel war nie nach Bedarf gewählt worden, sondern nach dem, was damals im Regal stand, und das ist bei fast jedem Gaskessel aus den 2000ern so.

Eingebaut wurde eine Ovum Air Cube 520 P, die bei minus 7 Grad und 55 Grad Vorlauf noch 20 kW liefert, also genau den Auslegungspunkt trifft. Im Keller blieb der vorhandene Hygiene-Pufferspeicher von Zeeh für das Warmwasser, dazu kam ein 1.000-Liter-Schichtpuffer für den Heizkreis, damit die Wärmepumpe lange und ruhig läuft und die sechs Wohnungen gleichmäßig versorgt werden. Die Außeneinheit steht auf zwei Betonsockeln im Kiesbett vor der Hecke. In Betrieb seit dem 20. Februar 2026, mitten im Winter gestartet. Bis zum 1. November hat die Anlage 19.300 kWh Wärme geliefert, 8.200 kWh Heizen und 11.100 kWh Warmwasser für sechs Haushalte, und dafür 4.700 kWh Strom aus dem Netz gebraucht, eine Photovoltaikanlage gibt es hier nicht. Das ist eine Arbeitszahl von 4,1, obwohl mehr als die Hälfte der Wärme Warmwasser mit 55 Grad war. Zum Vergleich: Der Gaskessel hat für dasselbe Haus knapp 80.000 kWh Gas im Jahr gebraucht. Wenn später gedämmt wird, sinkt die Heizlast weiter und die Wärmepumpe wird noch effizienter. Aber sie läuft schon heute, mit Fenstern von 1983.

Heizkosten: vorher und jetzt (hochgerechnet)

Vorher mit Gas6.100 €
→
Jetzt mit Wärmepumpe2.800 €
PV-Anteil am Wärmepumpenstromkeine Photovoltaik
Vorher: 79.950 kWh Gas × 0,08 €/kWh + 182 € Grundpreis (Preise aus dem Sanierungsfahrplan)rund 6.100 € laut Sanierungsfahrplan
Gemessen 20.02. bis 01.11.202619.300 kWh Wärme aus 4.700 kWh Netzstrom, Arbeitszahl 4,1
Wärmebedarf im Jahr, hochgerechnet mit vollem Winterrund 38.000 kWh
Strombedarf bei vorsichtig angesetzter Jahresarbeitszahl 3,8rund 10.000 kWh, alles aus dem Netz
Netzstrom 10.000 kWh × 0,28 €/kWh2.800 €
Erwartete Ersparnis pro Jahrrund 3.300 €

Nur Energiekosten pro Jahr, ohne Wartung und Schornsteinfeger. Preise: Heizöl 1,10 €/l, Gas 0,12 €/kWh (beim Sechsfamilienhaus in Ravensburg der tatsächliche Preis aus dem Sanierungsfahrplan), Wärmepumpenstrom 0,28 €/kWh. Eigener Photovoltaikstrom ist mit 0 € angesetzt. „Hochgerechnet“ heißt: Die Anlage läuft noch kein volles Jahr, Wärmebedarf und Arbeitszahl sind aus den bisherigen Messwerten und dem früheren Verbrauch abgeleitet. Nach dem ersten vollen Jahr ersetzen wir die Hochrechnung durch die Messung.

Messwerte aus der Anlage

Norm-Heizlast des Gebäudes19.787 W bei −10,5 °C
Davon Transmission / Lüftung16.436 W / 3.351 W
Spezifische Heizlast40 W/m² auf 497 m² Nettogrundfläche
Gasverbrauch vorher79.950 kWh im Jahr (mittlerer Verbrauch)
Messzeitraum Wärmepumpe20.02. bis 01.11.2026
Wärme geliefert19.300 kWh (8.200 Heizen, 11.100 Warmwasser)
Davon aus der Umgebungsluft14.600 kWh
Strom aus dem Netz4.700 kWh (keine Photovoltaik)
Wärmeautarkie76 %
Arbeitszahl im Messzeitraum4,1 bei 58 % Warmwasseranteil

Quelle: Auswertung der Ovum-Anlagensteuerung, ausgelesen am 01.11.2026. Kein Prospektwert. Die Anlage wird weiter beobachtet, die Zahlen werden nach dem Winter aktualisiert.

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